Die Sicht der TCM auf die Konstitution reicht bis zum Huangdi Neijing zurück. Der Mensch wird als dynamisches System verstanden. Professor Wang Qi fasste alte Texte und klinische Beobachtungen zu neun Konstitutionstypen zusammen. Sie sind keine Krankheitsdiagnosen, sondern Beschreibungen körperlicher Tendenzen.

Übersicht der neun Typen

TypHauptzeichenAnfälligkeitenUnterstützung
AusgewogenRosige Hautfarbe, guter Schlaf, energiegeladenSelten krankRegelmäßige Routinen und moderate Bewegung
Qi-MangelSchnell müde, leise Stimme, häufige ErkältungenErkältungenQi und Milz stärken, keine Überarbeitung
Yang-MangelKälteempfindlich, kalte GliedmaßenDurchfall, GelenkschmerzenYang wärmen, keine rohen kalten Speisen
Yin-MangelTrockener Mund, warme Hände/Füße, SchlaflosigkeitSchlaflosigkeit, VerstopfungYin nähren, früh schlafen
Schleim-FeuchtigkeitÜbergewicht, fettige Haut, schläfrigStoffwechselproblemeSchleim-Feuchtigkeit auflösen, leichte Kost
Feuchtigkeit-HitzeFettiges Gesicht, bitterer Geschmack, dunkler UrinAkne, HarnwegsproblemeHitze-Feuchtigkeit klären
BlutstauMatter Teint, lila Lippen, BlutergüsseMenstruationsschmerzenBlut beleben, Bewegung
Qi-StagnationSchlechte Laune, Brustenge, SeufzenDepression, SchlaflosigkeitLeber-Qi regulieren, Natur
Besondere DiatheseAllergien, Rhinitis, juckende HautAllergien, AsthmaTrigger meiden, langsam stärken

Ausgewogen: die Werkseinstellung des Körpers

Dies ist der Idealfall: viel Energie, erholsamer Schlaf, regelmäßiger Appetit, stabile Verdauung und ausgeglichene Emotionen. Diese Menschen passen sich gut an und erholen sich schnell.

Pflegetipps: Nehmen Sie diesen Typ nicht als selbstverständlich. Regelmäßige Routinen, abwechslungsreiche Ernährung und emotionale Ruhe sind das Wichtigste.

Qi-Mangel: wie ein Handy mit schwachem Akku

Betroffene fühlen sich ständig energielos: leise Stimme, schnelle Müdigkeit, Kurzatmigkeit bei Treppensteigen, häufige Erkältungen. Das Qi kann die äußere Schicht nicht schützen.

Pflegetipps: Rohe und kalte Speisen meiden. Hirse, Yamswurzel, Datteln und Astragalus-Suppen empfohlen. Sanfte Bewegung wie Gehen, Baduanjin oder Tai Chi.

Yang-Mangel: dem Körper fehlt Feuer

Kennzeichen ist Kälteempfindlichkeit: keine Klimaanlage im Sommer, kalte Hände und Füße im Winter, Durchfall nach kalter Nahrung. Teint blass, Energie niedrig.

Pflegetipps: Wärmende Kost. Morgens Ingwersirup, Lamm, Schnittlauch, Walnüsse, Longan. Abends Fußbad und unteren Rücken wärmen.

Yin-Mangel: wie trockenes Land

Betroffene neigen zu innerer Hitze: trockener Mund, warme Hände/Füße, schlechter Schlaf, trockener Stuhl. Sie sind reizbar und hitzeempfindlich.

Pflegetipps: Yin nähren. Weißer Pilz, Lilienknolle, Birne, Lotoswurzel und Ente. Vor 23 Uhr schlafen. Scharfes, Frittiertes und harten Sport meiden.

Schleim-Feuchtigkeit: eine feuchte Schicht innen

Betroffene fühlen sich schwer: Neigung zu Übergewicht, fettige Haut, weißer Zungenbelag, Müdigkeit morgens. Die Milz ist die Quelle des Schleims.

Pflegetipps: Leichte Kost. Weniger Süßes, Frittiertes und Kaltes. Hirse, rote Bohnen, Wintermelone, Yamswurzel und getrocknete Mandarinenschale. Regelmäßige Bewegung mit leichtem Schwitzen.

Feuchtigkeit-Hitze: klebrig und heiß

Betroffene fühlen sich “unrein”: fettiges Gesicht und Haare, bitterer Geschmack, dunkler Urin, klebriger Stuhl, Akne. Häufiger im Süden und bei scharfem Essen/Alkohol.

Pflegetipps: Hitze klären, Feuchtigkeit ableiten. Mungobohnen, Wintermelone, Bittermelone, Sellerie und Hirse. Weniger scharf, gegrillt, süß und Alkohol. Trockene, belüftete Umgebung.

Blutstau: Verkehrsstau im Körper

Blutzirkulation ist schlecht: matter Teint, lila Lippen, Augenringe, Blutergüsse. Frauen haben oft schmerzhafte Regelblutung mit Gerinnseln. Emotionale Unterdrückung und Sitzen begünstigen es.

Pflegetipps: Blut beleben und Stau lösen. Schwarzer Pilz, Weißdorn, Saflor, Rosentee und Pfirsichkern. Nicht lange sitzen, täglich 30 Minuten gehen. Emotionale Offenheit.

Qi-Stagnation: Gefühle stecken fest

Betroffene sind emotional empfindlich und neigen zu schlechter Laune: Brustenge, Seufzen, empfindsam, leichter Schlaf. Die TCM sieht hier Leber-Qi-Stagnation; chronischer Stress verschlimmert es.

Pflegetipps: Leber-Qi regulieren. Zitrusfrüchte, Rosentee, Buddha-Hand und weißer Rettich. Finden Sie ein Hobby, das Sie in Bewegung bringt. Sonnenlicht und keine Spätnächte.

Besondere Diathese: die allergische Konstitution

Dazu gehören allergische und vererbte Konstitutionen. Häufige Anzeichen: Niesen, laufende Nase, juckende Haut, Reaktionen auf Pollen, Milben oder Lebensmittel, besonders bei Wetterwechsel.

Pflegetipps: Auslöser meiden. Neue Lebensmittel schrittweise einführen und Reaktionen notieren. Wohnraum sauber halten. Sport langsam steigern. Bei schweren Allergien ärztliche Hilfe.

Ein Wort von Bong

Bong
Bongs Gedanken

Mein Vater war vierzig Jahre lang Kräuterheiler. Wenn Nachbarn Kräuter holten, fragte er oft noch eins: „Frieren oder schwitzen Sie leicht? Wie schlafen Sie? Ist der Stuhl geformt?" Manche sahen ihn verwirrt an, aber er hatte keine Eile. „Diese Zeichen sprechen vor jedem Laborbericht", sagte er. Er wog mit einer alten Messing-Handwaage, deren kleine Schale nur wenige Gramm fasste, und klopfte dreimal darauf. „Ein Gramm daneben, und die Wirkung ist um Meilen daneben." Als Kind fand ich ihn unglaublich langsam; heute sehe ich darin die Gewohnheit eines alten Kräuterheilers.

Als junger Mann glaubte ich nichts davon. Eine Zeit lang fühlte ich mich immer müde. Ich las ein Buch, entschied, dass ich Qi-Mangel hatte, und trank täglich Astragalus-Tee. Am dritten Tag blutete mir die Nase und die Mundwinkel brachen auf. Mein Vater brachte mir Chrysanthemen-Tee und lachte: „Falsche Tonic sind schlimmer als keine. Qi-Mangel ist Qi-Mangel, aber er kann auch Hitze begleiten. Man muss zuerst die Richtung kennen."

Einmal hatte eine Freundin immer kalte Hände und Füße und kaufte sich eine große Tüte Longan und Datteln, die sie täglich aß. Sie bekam Mundgeschwüre. Nach ihrer Geschichte sagte mein Vater nur: „Yang-Mangel ist nicht Blut-Mangel. Tönisiert man den falschen Anschluss, kreuzen sich die Signale."

Wenn ein Test dich denken lässt „Ich bin ein bisschen A und ein bisschen B", ist das normal. Die meisten Menschen haben eine gemischte Konstitution. Es geht nicht um das Etikett, sondern darum, Ernährung, Ruhe und Bewegung zu finden, die zu dir passen. Mehr über mich erfährst du unter Über Bong; für den Alltag empfehle ich Nahrung als Medizin.

— Bong

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